Ausgangslage

Auf dem heutigen Gebiet des Weißenseeparks war nach dem zweiten Weltkrieg zum Teil die sogenannte Giesinger Kiesgrube sowie Kleingartensiedlungen mit einigen Einfamilienhäusern. Das Foto, aufgenommen vom Agfa-Hochhaus mit Blick auf die Kirche "Zu den Heiligen Engeln", stammt ungefähr von 1959/60. Der ganze heutige Park ist "besiedelt".

In den 1980er Jahren wurde der Weißenseepark als öffentliche Grünanlage angelegt. Die Parkfläche westlich der Weißenseestraße wird als Katzenbuckel bezeichnet und war bis zum Beginn des 2. und 3. Bauabschnitts weiterhin durch kleinere Bauten und Gärten am Franz-Eigl-Weg besiedelt (vgl. Luftbildaufnahme unten von 2005). Die Auflösung der Kleingartensiedlung wurde bereits 2002 vom Stadtrat beschlossen.

Der Weißenseepark ist die einzige größere Naherholungsfläche in Obergiesing und hat somit eine zentrale Bedeutung für den gesamten Stadtteil. Neben kleineren wohnortnahe Grünflächen, dem Ostfriedhof und dem Friedhof an der Perlacher Straße, die wertvolle Ruhezonen sind, sind der Perlacher Forst im Süden und die Isaranlagen im Osten die nächstgelegenen ausgedehnten Naherholungsgebiete.

Die Parkanlage an der Weißenseestraße war vor Beginn der Stadtsanierung nicht gut genutzt. Die Anlage hatte einen schlechten Ruf und war in keinem guten Zustand. Sie war ein regelmäßiges Thema auf Bürgerversammlungen in Obergiesing.

Durch das umzäunte Agfa-Firmengelände war der Weißenseepark aus Richtung Osten nicht gut zu erreichen. Die Planungen für des angrenzenden Neubauquartier auf dem Agfa-Areal boten die Chance, die zentrale Grünanlage besser anzubinden.

Ziele

Zentrales Ziel der Stadtsanierung war die Aufwertung der Grünanlage, um Akzeptanz und Nutzung zu erhöhen. Hierfür gibt es zwei Strategien:

  • baulich: Erweiterung und Sanierung der Grünanlage
  • nicht-baulich: Aktivierung der erneuerten Grünflächen durch Sport- und Freizeitangebote

Ziele der baulichen Erneuerung:

  • Verbesserung der Nutzung, Erhöhung de Akzeptanz
  • Erweiterung der öffentlichen Grünfläche 
  • Anbindung an die Neubebauung auf dem Agfa-Areal
  • Angebote für Kinder, Jugendliche, Seniorinnen und Senioren
  • Barrierefreie Gestaltung
  • Anknüpfen an vorhandene Gestaltungsmuster (u.a. Findlinge, Obstbäume)

Umsetzung

Die Sanierung des Weißenseeparks durch das Baureferat (Abteilung Gartenbau) ist eine umfassende Aufgabe, die in mehreren Bauabschnitten umgesetzt wird.

Der 1. Bauabschnitt von 2009-2010 umfasste die Hauptfläche des Weißenseeparks und Teile des Katzenbuckels. Der 2. Bauabschnitt von 2015-2016 betraf die Flächen entlang der Untersbergstraße und einen Großteil des Katzenbuckels. Der 3. und letzte Bauabschnitt von 2018-2019 betrifft den südlichen Parkteil an der Tegernseer Landstraße (ehemalige Schwarzbauten Wohn- und Kleingartensiedlung am Franz-Eigl-Weg).

Die Aktivierung der Grünflächen begann parallel zum 1. Bauabschnitt: Von 2012-2014 organisierte das Stadtteilmanagment gemeinsam mit Akteuren aus dem Stadtteil unter dem Titel "Sommer im Park" ein kostenfreies Sport- und Freizeitangebot. Somit wurde sichergestellt, dass die Baumaßnahmen angenommen werden. Seit 2015 ist das jährliche Sommerfest am letzten Juni-Wochenende im Stadtteil verankert. Es wird finanziert durch den Bezirksausschuss 17 Obergiesing-Fasangarten und organisiert vom Familientreffpunkt Giesing. 

In 2018 hat der Weißenseepark eine kostenfreie öffentliche Toilette für Alle bekommen. Darin zeigt sich der Erfolg der umfassenden Parksanierung: In der Kategorie "Kleiner Stadtpark" zählt der Weißenseepark zum zweitmeistgenutzten Park Münchens nach dem Maßmannpark - deswegen wurde er mit einer Toilettenanlage ausgestattet.

1. Bauabschnitt (2009-2010)

Wichtige Themen waren die Beseitigung von „Angsträumen“, z.B. durch Auslichtung des dichten Gehölzbestands, und die Schaffung eines neuen Images für die Grünanlage durch attraktive Ausstattung für alle Nutzergruppen. Die Anwohnerinnen und Anwohner wurden über eine Befragung vor Ort, in Ideen- und Planungsworkshops sowie diversen Gesprächen mit einzelnen Nutzergruppen in die Planung mit einbezogen.

Der naturnahe Charakter der Grünanlage wurde bewahrt, die Findlinge sind als Gestaltungselement deutlicher herausgearbeitet worden. Der Park ist in mehrere Aufenthalts- und Aktionsräume gegliedert, ein befestigter Weg ermöglicht bei jedem Wetter barrierfreies Spazieren.

Die grundlegend erneuerten Spielinseln - Wasserspielplatz, Kletterlandschaft, Schaukeln und Wippen auch für Erwachsene und Menschen mit Behinderungen - sind barrierefrei durch befestigte Wege verbunden. Sie bilden zusammen einen zentralen Treffpunkt für Familien.

Auf den Allwetterplätzen für Mannschaftssport im Ostteil kann u.a. Fußball, Basketball oder Hockey gespielt werden. Sommerstockbahnen und Schachfeld erweitern das Angebot. Am Katzenbuckel sind Boulebahn und Tischtennisplatten entstanden. Individualsport - Joggen, Walken, Gymanstik, Fitness - sind in der ganzen Naherholgungsfläche möglich. Die großen Wiesen im Westteil können für freies Spiel genutzt werden.

Der Erholung dient v.a. der ruhigere Ostteil des Parks hier dürfen auch Hunde frei laufen. Dies gilt auch für die Wiesen im südlichen Teil am Katzenbuckels unterhalb des Franz-Eigl-Weges. Das Biotop im Nordteil ist revitalisiert worden.

Bauherr: Baureferat (Gartenbau)
Landschafsarchitektur: Keller Damm Kollegen GmbH
Bauleitung: Wendler Landschaftsarchitekten + Stadtplaner
Den Übersichtsplan finden Sie hier (pdf, nicht barrierefrei).

Sommer im Park

Ein aufgewerter Park ist nicht automatisch ein nachgefragter Park. Um die Akzeptanz der aufwendigern Umgestaltung zu sichern, hatte das Stadtteilmanagement Giesing der Münchner Gesellschaft für Stadterneuerung (MGS) ab dem Sommer 2012 gemeinsam mit lokalen Trägern und Akteuren ein kostenfreies Sommerprogramm mit Sport und Kultur für alle Altersgruppen organisiert. Ziel war es, die Giesingerinnen und Giesing in ihren neuen Park zu locken, bei den umliegenden Gemeinbedarfseinrichtungen die Verantwortung für den öffentlichen Raum zu stärken sowie die neuen Anwohnerinnen und Anwohner auf dem ehemaligen Agfa-Areal zu erreichen.

Das "Sommer im Park"-Programm wurde durch den installierten "Runden Tisch Weißenseepark" gemeinschaftlich erarbeitet. In einem Programmheft wurde es breit kommuniziert. Schnell zeigte sich, dass dieser Ansatz die Umgestaltung erfolgreich begleiten konnte. Ab 2015 war das umfangreiche Sommerprogramm in dieser Form daher nicht mehr notwendig, der Weißenseepark wurde bereits sehr stark eigenverantwortlich genutzt.

Ende Juni findet seit 2012 jeweils ein großes Bürgerfest auf der Festwiese im Weißenseepark statt. Dieses Sommerfest ist fester Bestandteil im Obergiesinger Jahreskalender und ist im Stadtteil verankert: organisatorisch wie finanziell.

2014 /15 wurde das Sommerfest "Sommer im Park" es durch die Münchner Aktionswerkstatt G'sundheit (MAGs) organisiert. Seit 2016 wird es durch den Familientreffpunkt Giesing veranstaltet. Das Fest steht unter Schirmherrschaft des Bezirksausschuss 17 Obergiesing - Fasangarten und wird durch diesen finanziert.

Sommer im Park 2019
Freitag, 28. Juni, 14-22 Uhr
www.weißenseepark.de
ftg(at)verein-fuer-sozialarbeit.de

2. Bauabschnitt (2014-2016)

Der 2. Bauabschnitt betrifft den Parkteil an der Untersbergstraße sowie große Teile des sogenannten Katzenbuckels im Süden. Entlang der Untersbergstraße wurde der Übergang zur neuen Grünanlage Agfa-Park auf dem ehemaligen Agfa-Areal verbessert sowie die als Biotop klassifizierte Platenenalle entlang der Untersbergstraße bis zur Tegernseer Straße fortgeführt. Am Katzenbuckel sind mit dem Fitnessparcours und der Dirtbikeanlage zusätzliche Sportattraktionen entstanden. Der zweite Spielplatz entlastet den stark genutzten Spiellatz im 1. Bauabschnitt.

Der 2. Bauabschnitt wurde 2014 begonnen, er wurde zum Sommer im Park Fest 2016 eingeweiht.

Den Plan des 2. Bauabschnitts finden Sie hier (pdf, nicht barrierefrei).

Bauherr: Baureferat (Gartenbau)
Landschaftsarchitektur: Büro Freiraum

3. Bauabschnitt (2018-2019)

Im Rahmen des 3. Bauabschnitts entsteht ein Lärmschutzhügel, der den Park vor den Lärmemissionen des Mittleren Rings schützt. Zum Park hin kann er auch als Rodelhügel genutzt werden. Zudem wird die bestehende Dirtbike-Anlage für Fortgeschrittene geringfügig angepasst und durch eine Dirtbike-Anlage für Anfänger und Kinder erweitert. Ein neuer Fußweg verbindet die Untersbergstraße mit dem Franz-Eigl-Weg, so dass diese Strecke im Grünen und nicht an der Tegernseer Landstraße zurückgelegt werden muss.

Der 3. Bauabschnitt ist seit Winter 2018/19 in Bau und soll im Sommer 2019 fertiggestellt werden.

Bauherr: Baureferat (Gartenbau)
Landschaftsarchitektur: Büro Freiraum

Weitere Informationen

Stadtratsbeschlüsse: