Ausgangslage

Die Fußgängerunterführung des Mittleren Rings zwischen Agfa-Areal im Osten und Otkerstraße im Westen verbindet Untergiesing mit Obergiesing. Die Stadtbezirksgrenze verläuft auf diesem Abschnitt der Tegernseer Landstraße. Sie ist sie eine wichtige Verbindung vom Agfa-Areal zum ÖPNV am Wettersteinplatz sowie den dortigen Gemeinbedarfseinrichtungen. Umgekehrt sind auf dem Agfa-Areal die drei Kindertagesstätten, das Sozialbürgerhaus Giesing-Harlaching, die Grünflächen sowie Hotel und Gewerbe wichtige Orte für Anwohnende rund um den Wettersteinplatz. Die Unterführung ist dementsprechend stark frequentiert.

Der Mittlere Rings kann zwischen den beiden barrierefreien oberirdischen Querungen am Stadion an der Grünwalder Straße und am St.-Quirin-Platz (900 Meter Distanz) nur an zwei weiteren Orten überquert werden: an der Fußgängerbrücke an der Waltramstraße und an der Fußgängerunterführung an der Otkerstraße. Beide sind nicht barrierefrei.

Von den beiden Orten hat die Unterführung an der Otkerstraße das Potential barrierefrei ausgebaut zu werden.

Im Juni 2015 wurde der süd-östliche Treppenaufgang durch einen Sattelschlepper beschädigt. Dabei kam niemand zu Schaden, seit dem ist dieser Teil baulich gesichert bis die Umsetzung der Neugestaltung beginnen kann.

Ziele

  • Verbesserung der Querungsmöglichkeiten am Mittleren Ring
  • Anbindung von Wohnen und Gewerbe auf dem Agfa Areal an den ÖPNV am Wettersteinplatz (U1, Tram, Bus)
  • Barrierfreier Ausbau
  • Verbesserung der Sicherheit

Umsetzung

Barrierfreiheit von Unterführungen wird idealerweise durch Rampenbauwerke realisiert. So treten keine Nutzungseinschränkungen durch Defekte auf und die Rampe ist auch für den Radverkehr eine bevorzugte Lösung. Eine Rampenanlage auf der Ostseite der Unterführung wäre jedoch durch eine aufwendige Verlegung von bestehenden Sparten (Gas, Wasser, Strom) nicht wirtschaftlich. Zur Umsetzung der Barrierefreiheit wird daher eine Aufzugslösung zusätzlich zur Treppenanlage  umgesetzt. 

Im Westen wäre eine Rampenanlage mit weniger als sechs Prozent Steigung möglich. Die Länge der Rampe hätte eine Baumfällung in der Otkerstraße bedeutet. Ein Antrag auf der Bürgerversammlung des Stadtbezirks 18, ein Stadtratsantrag, eine Petition von Anwohnenden und eine gemeinsame Initiative der Bezirksausschüsse 17 (Obergiesing - Fasangarten) und 18 (Untergiesing - Harlaching) haben sich gegen eine Rampe und für Aufzüge an beiden Seiten eingesetzt. Dementsprechend wird diese Lösung verwirklicht.

Das Baureferat (Abteilung Tiefbau) unterhält keine Aufzüge im öffentlichen Raum. Ausserhab des ÖPNV gibt es in München nur privat gewartete Aufzüge. Die Aufzüge in der Unterführung an der Otkerstraße sind daher nur möglich, da - auf Vermittlung des BA 17 - das angrenzenden Hotel Motel One die Wartung der Aufzüge für die nächsten 25 Jahre finanziert. Neben Mitteln aus der Städtebauförderung von Bund und Ländern beteiligen sich in diesem Fall somit auch Private an Zielen der Stadtsanierung.

Die Unterführung wird mit großformatigen Kacheln in verschiedenen Farben, angelehnt an die Konzernfarbe von Motel One, gestaltet. Die Beleuchtung wird durch einen durchgehenden LED Streifen deutlich heller. Die Unterführung wird zudem an den Eingängen heller, da die Überdeckelung weitestgehend zurückgenommen wird.

Die Bauphase soll im Herbst 2019 beginnen. Während der Bauzeit wird die Unterführung gesperrt sein. Die Arbeiten sollen bis Ende 2020 abgeschlossen sein.