Hintergrund

Auf der Bürgerversammlung 2018 des Stadtbezirks 17 Obergiesing - Fasangarten wurde eine saisonale Fußgängerzone am Alpenplatz beantragt und von den Bürgerinnen und Bürgern mehrheitlich befürwortet. Den Antrag finden Sie hier. Dies hat den Bezirksausschuss 17 sowie das Stadtteilmanagement dazu bewogen, diese Projektidee mit den Anwohnenden des Alpenplatzes zu besprechen. Parallel hat die Stadtverwaltung eine mögliche Umsetzung geprüft. Unten stehend finden Sie die Auswertungen der bislang durchgefürhten Informationsveranstaltungen vom 24. Januar 2019 und 21. März. 2019. Sie finden zudem weitere Hinweise zu Pressemeldungen sowie Anträgen und Beschlüssen.

Eine etwaige saisonale Fußgängerzone würde folgende Sanierungsziele der Sozialen Stadt Giesing unterstützen: Erhöhung der Verkehrssicherheit in kleineren Nebenstraßen | Gestalterische Aufwertung von Straßenräumen | Aufwertung der öffentlichen Grünflächen am Alpenplatz | Förderung der nachbarschaftlichen Begegnung und Kommunikation durch Schaffung geeigneter Treffpunkte und Orte | Verbesserung des Freiraumangebots für Kinder und Jugendliche in Verbindung mit einer Gestaltung von Schwerpunktbereichen für unterschiedliche Altersgruppen.


2. Infoveranstaltung vom 21.3.2019

Auswertung der 2. Informationsveranstaltung für Anwohnende des Alpenplatzes:
Do, 21. März 2019, 18:00 – 19:00 Uhr im Restaurant Edelweiß
Veranstaltet durch den Bezirksausschuss 17 in Kooperation mit dem MGS Stadtteilmanagement Giesing

Gäste:
Referat für Stadtplanung und Bauordnung, Verkehrsplanung
Baureferat, Gestaltung öffentlicher Raum

Per Postwurf eingeladen wurden 14 Tage im Voraus die gleichen Haushalte wie zur 1. Informationsveranstaltung (Edelweißstraße, Alpenplatz, Alpenrosenstraße, Untere Grasstraße bis auf Höhe der Hausnummern 7/10. Zudem lagen in den Geschäften in diesen Straßen die Bürgeranschreiben aus. Bei der Informationsveranstaltung haben ca. 55 Personen teilgenommen.

1. Was bisher geschah

  • Im Nachgang der 1. Informationsveranstaltung seien noch viele Schreiben von Bürgerinnen und Bürgern beim Bezirksausschuss (BA) eingegangen.
  • Oberbürgermeister Dieter Reiter habe sich in einem Schreiben an den Bezirksausschuss für eine Aufwertung der beiden Plätze ausgesprochen.
  • Es habe einen gemeinsamen Vor-Ort Termin des BA mit dem Referat für Stadtplanung und Bauordnung gegeben.

2. Haltung des Bezirksausschusses

Der BA hat in seiner Sitzung vom 12. März Basis einen Antrag für eine testweise saisonale Fußgängerzone gestellt:

  • Als Ort schlägt er die südlich Seite des Alpenplatzes vor.
  • Ziel sei die Verbindung von Alpen- und Edelweißplatz. (siehe Karte, Variante 1)
  • Ca. 23 Stellplätze würden in dieser Variante entfallen
  • Kompensation der Parkplätze solle durch die Stadtverwaltung geprüft werden

3. Einschätzung der Stadtverwaltung

Stadtratsbefassung:

  • Gemäß Verkehrsplanung sei die Region um den Alpenplatz für eine testweise saisonale Fußgängerzone geeignet
  • Ein Stadtratsbeschluss sei Voraussetzung für eine Umsetzung
  • Umsetzung in diesem Sommer wäre zeitlich möglich

Möglicher Zeitraum:

  • zehn Wochen von Anfang Juli bis Ende der Sommerferien (z.B. mit Ois Giasing! am 7. September als Abschluss)

Möglicher Ort:

  • Gemäß Verkehrsplanung komme jede Seite des Alpenplatzes für eine Sperrung in Frage, solange kein Knotenpunkt gesperrt werde
  • Verkehrsplanung würde eine Sperrung der Alpenrosenstraße nördlich des Alpenplatzes bevorzugen, da dort der Gestaltungsspielraum größer sei (Siehe Karte, Variante 2), 12 Stellplätze würden in dieser Variante entfallen.
  • Zusätzliche Idee: Edelweißstraße als unechte Einbahnstraße. Zufahrt von Norden (St.-Bonifatius-Straße) würde gesperrt, dadurch werde Schleichverkehr verhindert. Innerhalb der Edelweißstraße könnten Anwohnende in beiden Richtungen aus dem Viertel fahren.

Gestaltungsoptionen:

  • Möblierung bei Sperrung durch das Baureferat; möglich seien u.a. Stühle, Pflanztröge, Fahrradständer, Liegemöbel aus dem städtischen Mobiliarkatalog.
  • Je nach Wunsch weitere Informations-/Beteiligungsveranstaltung zur Gestaltung, wenn Stadtratsbeschluss vorliege

Voraussetzungen:

  • Unterstützung durch Anwohnende, Bezirksausschuss und Stadtrat
  • Aneignung müsse durch Anwohnende erfolgen.
  • Evaluation im Anschluss
  • Kompensation der Parkplätze sei schwierig, der Platz sei begrenzt; Projektziele dürften nicht aus den Augen verloren werden:
    öffentlichen Platz zu Gunsten des Fußverkehrs umzuverteilen;
    saisonale Mehrfachnutzungen zu testen;
    Nutzung des Raumes gemeinsam zu erarbeiten
  • der temporär für Fahrverkehr und Parker gesperrte Bereich des Alpenplatzes würde im Bedardsfall für Rettungsdienst und Feuerwehr ständig zugänglich und befahrbar bleiben
  • Gewährleistung der Müllentsorgung

4. Fragen, Kritik und Anregungen der Bürgerschaft:
(Wortmeldungen jeweils in Stichpunkten gesammelt und geordnet)

Aktuelle Nutzung des Platzes:

  • Spielkiste am Alpenplatz werde häufig genutzt. Anwohnende fühlten sich teilweise durch Lärm, herumliegendes Spielzeug und Platzmangel gestört.
  • Als Lösung werde vorgeschlagen, die Bobby-Cars zu entfernen, die Kiste abschließbar zu machen und den Standort der Kiste zu prüfen.
  • Der Alpenplatz solle wieder für alle Generationen nutzbar sein.
  • Alpenplatz und Edelweißplatz seien momentan in keinem guten Zustand. Dies solle dauerhaft verbessert werden.
  • Variante 1

    Variante 1

  • Variante 2

    Variante 2

  • Variante 3

    Variante 3

Verkehrsberuhigung:

  • Verkehrsberuhigung werde durchweg positiv gesehen.
  • LKW Lieferverkehr müsse weiterhin möglich bleiben.
  • Bereits bestehendes Linksabbiegeverbot von Tela in Edelweißstraße solle konsequent kontrolliert werden.
  • Unechte Einbahnstraße in Edelweißstraße während der Projektlaufzeit werde überwiegend begrüßt.

Pro saisonale Fußgängerzone:

  • einfach ausprobieren, was solle schief gehen?
  • Große Chance für dauerhafte Verbesserung
  • Möglichkeit die Platznutzung neu auszuhandeln
  • Es entstehe keine Baustelle
  • Während der Ferien seien sowieso weniger Autos im Viertel

Contra saisonale Fußgängerzone:

  • Straßenabschnitt sei zu klein und lohne sich nicht; Wenn dann richtig: Edelweißstraße oder Tela
  • Keine Parkplätze sollen wegfallen
  • Alpenplatz sei groß genug, In Reichweite sei zudem der Kronepark, mehr öffentlicher Raum sei nicht notwendig
  • Straßen seien kein Spielplatz

Beteiligung / Abstimmung:

Forderung nach mehr Beteiligung und nach Abstimmung zu dem Thema.
(Anmerkung: eine Abstimmung auf der Informationsveranstaltung wäre nicht legitim gewesen, da es sich nicht um ein demokratisch legitimiertes Gremium handelt. Der Bezirksausschuss ist als gewähltes Gremium legitimiert)

5. Resümee

  • Eine Umsetzung am Alpenplatz in diesem Sommer wäre möglich. Eine Stadtratsbefassung könnte im Mai erfolgen.
  • Bezirksausschuss und Stadtverwaltung sprechen sich grundsätzlich für einen Test aus.
  • Das Stimmungsbild der Anwohnenden ist an diesem Abend nicht eindeutig, aber in Summe eher positiv zu werten.
  • Zwischen den noch bestehende Unstimmigkeiten wird nur ein Praxistest entscheiden können.
  • Es liegen drei mögliche Varianten vor:
    Südliche Seite des Alpenplatzes (Vorschlag BA),
    Nördliche Seite des Alpenplatzes (Vorschlag Stadtverwaltung)
    Edelweißstraße zwischen Tela und Alpenplatz (Option aus 1. Informationsveranstaltung)
  • Evaluation im Anschluss wird gewünscht.
  • Eine Verkehrsberuhigung und Aufwertung der Plätze wird generell positiv gesehen.
  • Große Einigkeit, dass keine „Partymeile“ mit weiteren Schankflächen entstehen soll.
  • Am Alpenplatz besteht aktuell ein - teils diffuser - Nutzungskonflikt zwischen spielenden Kindern bzw. jungen Familien und Erwachsenen.

1. Infoveranstaltung vom 25.1.2019

Auswertung der 1. Informationsveranstaltung für Anwohnende des Alpenplatzes:
Do, 24. Januar 2019 18:00 – 19:00 Uhr im Restaurant Edelweiß
Veranstaltet durch den Bezirksausschuss 17 in Kooperation mit dem
MGS Stadtteilmanagement Giesing  

Per Postwurf eingeladen wurden 14 Tage im Voraus die Anwohnenden der Edelweißstraße, des Alpenplatzes, der Alpenrosenstraße, sowie der Unteren Grasstraße bis auf Höhe der Hausnummern 7/10. In Summe wurden ca. 400 Haushalte eingeladen. Zudem lagen in den Geschäften in diesen Straßen die Bürgeranschreiben aus. Bei der Informationsveranstaltung haben ca. 65 Personen teilgenommen.  

1. Einführung und Hintergrund

  • Auf der Bürgerversammlung 2018 des 17. Stadtbezirks Obergiesing-Fasangarten wurde eine saisonale Fußgängerzone (sogenannte "Sommerstraße") in einem Abschnitt der Edelweißstraße beantragt und von der Bürgerschaft mehrheitlich befürwortet.
  • Bei einer Befragung von Passanten am Edelweißplatz durch den Verein Urbanes Wohnen e.V. im Juli 2018 wurden Wünsche geäußert: Erhöhung der Aufenthaltsqualität, u.a. durch Verkehrsberuhigung und Sitzgelegenheiten; Verbindung von Alpenplatz und Edelweißplatz.
  • Es gibt fraktionsübergreifende Stadtratsanträge zum Pilotprojekt einer Sommerstraße in München. - Idee: Prüfen ob Edelweißstraße/Alpenplatz als Pilotprojekt gewünscht sei; Dies wäre nicht automatisch eine Dauer-Einrichtung für jeden Sommer, sondern abhängig von Erfahrungswerten

2. Was ist eine saisonale Fußgängerzone?

  • Ein Straßenabschnitt würde in den Sommermonaten dem Fuß- sowie evtl. eingeschränkt dem Radverkehr zur Verfügung gestellt. Für den motorisierten Individualverkehr würde er gesperrt.
  • Der Straßenraum würde zu diesem Zweck saisonal umgestaltet, z.B. mit Sitzgelegenheiten, Spielmöglichkeiten und Pflanzen, um neue Nutzungen zu ermöglichen.
  • Zufahrten zu Wohnhäusern und Lieferverkehr für Gewerbe blieben möglich.
  • Einige Stellplätze für PKW entfielen für den Zeitraum.
  • Müllabfuhr, Rettungswege etc. wären weiterhin gewährleistet.
  • Eine saisonale Fußgängerzone würde gemäß der StVO eingerichtet und beschildert.

3. Wünsche und Anregungen:

(Wortmeldungen jeweils in Stichpunkten gesammelt und geordnet)

Wo: Welcher Bereich könnte in Frage kommen?

Aus zwei mach eins:

  • Edelweißplatz könnte schöner sein
  • Edelweißstraße von Tela einschließlich der Einmündung Alpenrosenstraße (Ecke vor dem Restaurant Edelweiß) schließen
  • Edelweißstraße von Tela exklusive Einmündung Alpenrosenstraße schließen
  • Von Tela bis Alpenplatz verkehrsberuhigten Geschäftsbereich oder Spielstraße einrichten
  • Edelweißstraße auf Höhe des Edelweißplatzes sperren, um Aufenthaltsqualität am Edelweißplatz zu verbessern
  • Vor Alpenplatz Hsnr. 1 und 2 sperren für Verbindung von Alpenplatz und Edelweißplatz
  • kleinen Bereich vor Alpenplatz 1 sperren - kleinen Bereich vor Edelweißstraße 13 sperren
  • Bereich Edelweißplatz als Einbahnstraße (Richtung Alpenplatz zur Tela) einrichten
  • Fußgängerzone oder verkehrsberuhigte Zone (Spielstraße)
  • Südliche Seite des Alpenplatzes sperren

Bedenken:

  • Schleichverkehr sei nicht dramatisch
  • Gebe genug Bänke
  • Kein Verbesserungsbedarf am Alpenplatz
  • Bürgersteig sei breit genug
  • Parkplätze seien notwendig und knapp
  • Krone-Park in der Nähe

Was: Welche Nutzungen sollten möglich sein?

  • Radl-Stellplätze
  • Ladestationen für E-Autos / E-Bikes
  • Lichtinstallation
  • Bücherschrank
  • Tauschschrank / “zu verschenken“ Regal
  • Große Schaukel (auch für Erwachsene)
  • Spielmobil
  • Brettspiele aufs Pflaster malen
  • Spielgelegenheiten, auch für Erwachsene
  • Wanderbäume
  • Hochbeete
  • Bequeme Sitzmöglichkeiten
  • Sitzgelegenheiten (z.B. zum Lesen für Leute ohne Balkon)
  • Keine spezielle Nutzung, öffentlicher Freiraum ohne Verkehr sei Mehrwert genug
  • Auf der Straße anstatt auf dem Gehsteig gehen zu können reiche nicht als Grund, es brauche Ausstattung/Möblierung
  • Sichtbarkeit wenn Kinder, Gehbehinderte, Radfahrer die Straße betreten werde verbessert  

Wie: Auf was sollte geachtet werden?  

Lärmschutz:

  • Mehr Ruhezonen, mehr Wohnqualität
  • Mehr Aufenthaltsqualität
  • Entschleunigung
  • Lärmeingrenzung
  • Nicht täglich Veranstaltungen
  • Kommerzfreier öffentlicher Raum
  • Nicht mehr Schankflächen genehmigen

Verkehr:

  • Parkplatzsuche als großes Problem
  • Möglichst wenige Parkplätze sollten wegfallen
  • Schleichverkehr vermeiden
  • Verkehr werde mit Neubau auf dem Paulaner-Areal zunehmen
  • Widerrechtliches Linksabbiegen in die Edelweißstraße von der Tela aus sollte eingeschränkt werden
  • Erreichbarkeit für Anwohnende gewährleisten / evtl. Zufahrtsmöglichkeit für Anwohnende? Wer kontrolliert, dass nur Anwohnende Zufahrt haben?
  • Ausfahrtmöglichkeiten aus dem Viertel müssten möglich bleiben
  • Es gebe nicht nur Autofahrer
  • Weniger Autos in der Stadt, andere Mobilität sei möglich
  • Übergang für Kinder von der Edelweißstraße zum Platz sei gefährlich, auch bei den aktuell angeordneten Tempo 30
  • Befahren durch Fahrradfahrer sollte möglich sein / Weiter harmonisches Miteinander mit Radlern
  • Wildes Radl-Parken reduzieren  

Allgemein:

  • Keinen Müll liegen lassen / Sauberkeit
  • Nicht lang planen, sondern ausprobieren
  • Sendlinger Straße habe auch funktioniert
  • Ein schönes Gesamtbild
  • Nutzung für alle, nicht nur Kinder (Kinder hätten den Krone-Park)  

4. Weiteres Vorgehen

  • Befassung zum Thema im Bezirksausschuss, ggf. Antrag an die Stadtverwaltung
  • Ggf. Prüfen von umsetzbaren Optionen durch die Stadtverwaltung, ggf. Stadtratsbeschlussvorlage
  • Bei Beschlussfassung durch den Stadtrat im Frühling 2019 Umsetzung im Sommer 2019 möglich
  • Rückmeldung per Postwurf an Anwohner sobald weitere Entscheidungen gefallen sind

Torre pendente

Da uns hierzu immer wieder Fragen erreichen:

Das Kunst am Bau-Projekt "Torre pendente" (Der schiefe Turm) von Rudolf Wachter (1923-2011) von 1987 auf dem Edelweißplatz wird aktuell durch das Baureferat restauriert.

Gemeinsam mit der Tochter des Künstlers als Rechteinhaberin wird eine Lösung erarbeitet, wie der Baumstamm wieder standsicher gemacht und saniert werden kann, ohne sein äußeres Erscheinungsbild gravierend zu verändern. Dies wird technisch aufwendig sein und kann er erst nach entsprechenden Untersuchungen und Planungen beginnen. Darum ist Kunstwerk bereits seit September 2018 gesichert.

"Ein Urwaldriese mitten im urbanen Raum. Die Natur in Schräglage. Wachter trennt am unteren Ende des Stammes mit einem präzisen, schrägen Schnitt eine "Scheibe" ab, die er 16 m weiter so plaziert, dass die ebenen Oberseiten der beiden Stücke eine Linie bilden (in einer Ebene liegen). Diese Linie bildet zusammen mit dem Stamm und der Verbindungslinie zwischen den beiden Stücken ein Dreieck. Wachter nimmt auf diese Weise die Dreiecksform des Platzes wieder auf." (www.welt-der-form.net)