• Die neue Lärmschutzwand am Neuschwansteinplatz. Foto: MGS – Jonas Nefzger

  • Die neue Lärmschutzwand am Neuschwansteinplatz. Foto: MGS – Jonas Nefzger

  • Carmen Miller erläutert die Ausstellung "Oids Giasing". Foto: MGS – Jonas Nefzger

  • Manfred Preuß von macro architekten führt durch das Gebäude. Foto: MGS – Jonas Nefzger

  • Carmen ­Dullinger-Oßwald (Vorsitzende des Bezirksausschusses 17, im Bild) spricht zur Eröffnung. Foto: MGS – Jonas Nefzger

  • Der neue Pöllat-Pavillon. Foto: MGS – Jonas Nefzger

  • Der ehemalige Pöllat-Pavillon nach der Eröffnung 1969. Foto: Stadtarchiv München

Die Pöllat fließt am Neuschwansteinplatz

Neuer Pöllat-Pavillon zum Tag der Städtebauförderung eröffnet

Obergiesing hat ein neues Gebäude. An der Pöllat­straße am Neuschwansteinplatz ist der Pöllat-­Pavillon eröffnet worden. Der bundesweite Tag der Städtebau­förderung am 11. Mai bot dafür den passenden Anlass. Das neue soziale Zentrum im Südosten Obergiesings wurde durch Städtebauförderungsmittel aus dem Bund-Länder-Programm "Soziale Stadt" gefördert und durch die städtische Wohnungsbaugesellschaft ­GEWOFAG errichtet. Es gibt dort einen Nachbarschaftstreff mit Musikproberäumen, ein ­Familien- und Beratungszentrum, eine Ersatzbetreuung der Kinder­tages­pflege sowie Wohnplätze für wohnungslose Frauen.

Der neue Pöllat-Pavillon ist für die direkte Nachbarschaft da. Die Vorsitzende des Bizirksausschusses 17 Obergiesing-Fasangarten Carmen Dullinger-Oßwald brachte das bei der Eröffnung auf den Punkt: „In Zukunft werden Sie es sein, die den Pöllat-Pavillon mit Leben füllen: Als Band oder Musikschüler beim Proben im Keller; als Eltern und Kinder zum Austausch, Lernen oder für Unterstützung im Familientreffpunkt; als Anwohnende, um im Nachbarschaftstreff Ihre Hobbys zu teilen oder hier Ihren Geburtstag zu feiern.“

Ein langer Weg

Die Bezeichnung Pöllat-Pavillon hatte sich wegen des ursprünglichen Flachbaus eingebürgert. 1969 wurde dieser fertiggestellt. Dort war die Stadtbibliothek Obergiesing untergebracht bis diese 1984 in das Anton-Fingerle-Bildungszentrum in der Schlierseestraße zog. Bis 2003 war der Bau temporär genutzt. Mit dem Beginn der Sozialen Stadt Giesing in 2006 wurden die Planungen für eine Nutzung durch Bürgerinnen und Bürger dann immer konkreter. Von 2011-2015 wurde der Pavillon durch das prämierte Klangensemble Piano Possibile zwischengenutzt bis die Planungen fortgeschritten waren.
Ziel war es, gemäß der sozialräumlichen Bedarfe den Pavillon wieder nutzbar zu machen. Es sollte ein barrierefreier Treffpunkt mit vielfältigen Nutzungen zur nachbarschaftlichen Begegnung etabliert werden. Der Neuschwansteinplatz sollte zudem besser nutzbar und an den Grünverbund angeschlossen werden.

Da die Sanierung des alten Flachbaus sich als nicht wirtschaftlich erwies, entstanden schließlich Pläne für einen Neubau. Der neue Pöllat-Pavillon hat nun zwei Stockwerke. Er wurde von der GEWOFAG errichtet und durch macro architekten geplant. Die angrenzende Freifläche am Neuschwansteinplatz wurde durch die Landschaftsarchitekten grünhoch4 gestaltet. Die optisch ansprechende und effektive Lärmschutzwand macht den Neuschwansteinplatz nutzbar, die geschwungene ­Fassade­ lässt den Neubau offen und freundlich wirken.

Die prägende Lärmschutzwand erinnert an den bayrischen Alpenfluss „Pöllat“, die am Schloss Neu­schwanstein vorbei fließt und der Pöllatstraße ihren passenden Namen gibt. Wie der Fluss mäandert nun die Lärmschutzwand entlang des Neuschwansteinplatze: Die Pöllat fließt förmlich entlang des Neuschwansteinplatzes.

Große Eröffnung für einen guten Start

Nach der langen Bauphase standen am 11. Mai endlich die Türen offen. Der Architekt Manfred ­Preuß führte zu Recht stolz durch den Bau und ­erläuterte die Nutzungen. Mit Dr. Karin Pohl konnte man die ­Geschichte und aktuelle Entwicklungen in der näheren Umgebung entdecken: Vom Zwangsarbeiterlager Agfa Camerawerke bis zum Hohenschwangauplatz. Im Keller waren die beiden Bandprobenräume zum ersten Mal genutzt: Kino im einen und ein Musikworkshop von 9V im anderen. Im Erdgeschoss begeisterte Dr. ­Döblingers geschmackvolles Kasperltheater genauso wie die Band Swing Lyons. An Infoständen stellten die Träger – ­Verein für Sozialarbeit e.V., KiBeG und das Evangelische Hilfswerk München – ihre Arbeit im ­Pöllat-Pavillon vor. Auch das Stadtteilmanagement Giesing der Münchner Gesellschaft für Stadterneuerung, das die Eröffnung gemeinsam mit den Trägern organisierte, stellte seine Arbeit vor. Die Ausstellung von historischen Wimmel­bildern der Obergiesinger Stadtteilgeschichte von Carmen Miller (Kekko Kreativraum, Tela 75a) war zum ersten Mal komplett zu sehen. Sagenhaft! Auch die Projekt­gruppe TELA2030 zeigte ihre Visionen für ­Giesing und präsentierte ihr gesammeltes Feedback sowie eine Leerstandssteuer-Performance. Es gab reichlich Kinderprogramm und die Zimtschneckenfabrik verlegte Ihren Laden aus der Nachbarschaft für den Tag in den ­Pöllat-Pavillon um Essen und Getränken anzubieten.

Ziel der Eröffnung war es, den Anwohnenden das neue Gebäude vorzustellen. Auch sollen die Träger von Beginn an aktiv in die örtlichen Netzwerke eingebunden werden. Ein Ziel, das in der Sozialen Stadt Giesing immer weit oben steht.

Vom Neuschwanstein- zum Hohenschwangauplatz

Neben dem Pöllat-Pavillon war am 11. Mai auch die Unterführung an der Chiemgaustraße nach dem barriere­freien Ausbau erstmalig geöffnet. In diesem Jahr folgt dann noch die Neugestaltung der Freiflächen am Scharfeiter- und Hohenschwangauplatz. Dann sind dank der Stadt­sanierung auch die öffentlichen Treffpunkte im Südosten Obergiesings besser nutzbar.

Katharina Waschau, MGS

Was gibt es im Pöllat-Pavillon?

Nachbarschaftstreff Giesing

Wer sind wir? Für wen sind wir da?
Der Nachbarschaftstreff ­Giesing in Trägerschaft des Vereins für Sozial­arbeit e.V. ist ein Treffpunkt für alle Nachbarn und Nachbarinnen sowie für Bewohner und Bewohnerinnen aus dem Viertel.

Was bieten wir an? Was kann man bei uns tun?
Hier werden gemeinsam Ideen, Projekte und Aktionen entwickelt und umgesetzt: vom Spieleabend, über offenen Kochtreff, Bildervortrag, Familienfest, Musikworkshop und Wahltagfrühstück – hier gibt es Raum und Gehör.

Was kann der Einzelne hier tun?

  • Nachbarn und Nachbarinnen kennenlernen
  • an Gruppen und Angeboten teilnehmen und Veranstaltungen besuchen
  • eigene Ideen einbringen, sich ­dafür engagieren und Giesing aktiv mitgestalten
  • eine eigene Gruppe gründen sich über den Stadtteil und ­Angebote vor Ort informieren
  • sich gegenseitig unterstützen
  • die Räume für Besprech­ungen­, eigene Initiativen, Proben, ­private Feste nutzen

Was bieten wir an?

  • Wir haben schöne helle ­großzügige Räume, gemütlich eingerichtet
  • wir sind Ansprechpartner für alle Themen rund um die ­Nachbarschaft
  • wir bieten Raum für Ihr ­Engagement
  • wir unterstützen Sie mit Know-how, Kontakten, Material und Raum bei der Umsetzung von Angeboten
  • wir vermitteln und vernetzen

Kontakt:
Nachbarschaftstreff ­Giesing (Träger: Verein für Sozial­arbeit e.V.):
Neuschwansteinplatz 12

www.nt-giesing.de
089 / 90 42 14 860
nt.giesing(at)­­verein-fuer-­sozialarbeit.de 

Treffleitung:
Kerstin Koppitz
Raummanagement:
Sesilia Akello-Okello

Familien- und Beratungszentrum

Wer sind wir?
Wir sind eine Anlaufstelle für ­Familien mit kleinen Kindern von 0-6 Jahren. Unser Team hat Fach­wissen in der Familiengesundheit, der Sozial­pädagogik und der Erziehungs­beratung. Träger des ­Familien- und Beratungszentrums, ist die Erziehungs­hilfe München (EHM), eine Jugendhilfe­einrichtung im ­Verein für Sozialarbeit e.V. (VFS). Die Kollegin der Erziehungs­beratungsstelle gehört zur städtischen Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche im Stadt­jugendamt.

Was bieten wir an? Was kann man bei uns tun? Mit welchen Anliegen kann man zu uns kommen?

Die Mütter, Väter, Großeltern können bei uns andere Eltern kennenlernen, Tipps und Ideen rund um das Leben mit Kindern bekommen oder einfach andere Familien treffen

  • im offenen Familiencafé
  • bei gemeinsamen Aktivitäten
  • in Eltern-Kind-Gruppen
  • bei einem Sprachkurs
  • und allem was sich ­Familien wünschen und selbst ­organisieren

Außerdem ist eine Psycho­login der Städtischen ­Beratungsstelle eine feste Kollegin im Team des Familien­treffpunkts Giesing. Sie steht als Ansprechpartnerin für Mütter, ­Väter und Kinder zur Verfügung.

Eltern können sich an die ­Psychologin wenden:

  • mit allen Fragen zur Erziehung und den Beziehungen in der ­Familie
  • wenn sie sich Sorgen um die Entwicklung ihrer Kinder machen
  • bei Unstimmigkeiten, Streit und Problemen zwischen Eltern und in der Familie
  • bei Partnerkonflikten, Fragen im Rahmen von Trennung und Scheidung
  • bei Fragen zur Regelung der ­elterlichen Sorge und des ­Umgangs
  • und weiteren Fragen rund um die Kinder und die Familie

Grundsätzlich gilt für die ­Erziehungsberatung:

  • die Beratung ist kostenfrei und auf Wunsch anonym
  • das Angebot ist offen für alle Menschen, unabhängig von ­ihrer Herkunft und ­Nationalität, ­unabhängig von politischer, religiöser oder sexueller ­Orientierung
  • die Beraterin unterliegt der Schweigepflicht

Für wen sind wir da?
Jede Familie und jedes Familien­mitglied aus dem Wohnumfeld des Familientreffs ist willkommen. ­Unsere Angebote orientieren sich an Themen, die Familien beschäftigen. Die Familien können sich mit ihren vielfältigen Fragen und Heraus­forderungen, die ein Familienalltag mit sich bringt, an die Mitarbeiter des Treffpunkts wenden, oder im Treffpunkt einfach eine kurze Auszeit nehmen.
Auf was freuen wir uns in Giesing? Was wünschen wir uns für den Start im Pöllat-Pavillon?
Wir waren vorher bereits seit 2015 am Scharfreiterplatz und freuen uns jetzt über mehr Platz und ­schöne, neue, unterschiedlich nutzbare Räume.

Kontakt:
Familien- und ­Beratungszentrum
Pöllatstr.15

Familientreffpunkt Giesing (Träger: Verein für Sozialarbeit):
089/55 06 90 55
ftg(at)verein-fuer-­sozialarbeit.de

Erziehungsberatung (Träger: Stadtjugendamt):
089/233 35 959

Ersatzbetreuung in der Kindertagespflege

Wer sind wir?
Wir sind die KiBeG Gemeinnützige Gesellschaft für Kinderbetreuung mbH und betreiben in und um München 17 Kindertagesstätten und vier so genannte mobile Tagesbetreuungen (MoBiTa) – die neueste befindet sich im Pöllat-Pavillon im 1. Ober­geschoss.

Was bieten wir an?
Die KiBeG bietet ein Ersatzbetreuungsangebot für mögliche Ausfallzeiten von Tagesbetreuungspersonen in Familien und in der Großtages­pflege an. Wenn also beispielsweise Tagesmütter oder Tagesväter erkranken und eine entsprechende Vereinbarung besteht, werden die Kinder stattdessen in den Räumen der KiBeG betreut. In der Pöllatstraße können 100 Tageskinder betreut werden, davon maximal 10 Kinder täglich. Eine gute Zusammenarbeit zwischen den Tagesbetreuungspersonen, den ­Eltern und der Ersatzbetreuungsperson bilden die Grundlage für den Aufbau eines Vertrauensverhältnisses. Um dies zu gewährleisten finden nach der Eingewöhnungsphase ­immer wieder Kontaktbesuche statt.

Wer kann zu uns kommen? Für wen sind wir da?
Tagesbetreuungspersonen ­(Tagesmütter/Tagesväter) können die mobile Tagesbetreuung als Ersatz­betreuung für Notfälle/Krankheit über die Stadt München beantragen.

Kontakt:
www.kibeg.de
089/ 18 91 93 97
F.Karaca(at)kibeg.de

Wohnungsverlust droht?

Der Evangelische Beratungsdienst für Frauen unterstützt in sozialen Notlagen

Der Evangelische Beratungsdienst für Frauen, eine Einrichtung des Evangelischen Hilfswerks München, berät seit über 50 ­Jahren Frauen in besonderen sozialen Schwierigkeiten – insbesondere bei drohendem Wohnungsverlust oder bereits eingetretener Obdachlosigkeit. Neben persönlicher Beratung bieten wir – je nach Bedarf – Unterbringung in unseren stationär und ambulant betreuten Wohnangeboten.

Seit über 20 Jahren sind wir auch in Giesing vertreten und fühlen uns dem Stadtteil sehr verbunden. Im Pöllat-Pavillon betreuen wir zwei WGs mit temporären Wohnplätzen und helfen beim Übergang in ein ­selbstständiges Mietverhältnis.

In der Schellingstraße 65 finden Sie unsere Beratungsstelle und Straffälligenhilfe. Dort beraten wir Frauen mit und ohne Kinder, die sich in besonders schwierigen Lebenssituationen befinden. Dieses Hilfeangebot ist offen für alle Münchener Frauen und nicht stadtteilgebunden.

Sie können sich an uns wenden, wenn Ihr Lebensunterhalt nicht gesichert ist und Sie Unterstützung beim Umgang mit Ämtern und Behörden benötigen; wenn Sie in ungesicherten Wohnverhältnissen leben, z.B. bei jemandem „untergeschlüpft“ sind, Ihnen Wohnungsverlust droht oder Sie bereits die Wohnung verloren haben.

Wir sind auch ansprechbar, wenn Sie eine Geldstrafe oder Geldauflage nicht bezahlen können oder Schwierigkeiten mit Polizei und Justiz haben oder wenn Sie aufgrund der Inhaftierung eines Familienangehörigen oder Partner in Schwierigkeiten geraten sind.

Kontakt:
Beratungsstelle und ­Straffälligenhilfe (Träger: Evangelisches Hilfswerk gGmbH)
Schellingstraße 65
80799 München
089/287783-0
www.frauenberatungsdienst­-muenchen.de
Mo. bis Fr. von 9:00 Uhr bis 12.00 Uhr und nach ­Vereinbarung

Bericht über die Eröffnung

Inhalt

Der Giesinger als barrierefreies pdf.


Eröffnung Pöllat-Pavillon zum Tag der Städtebauförderung

Grünspitz: Zurück zu den Wurzeln

Interview: "Vorab bitte eine Mail"

Debatte: Fußgängerzone im Sommer?

Darf man im Park stinken?

Ois Giasing! 2019

Sirenen in der Tela 155


Der Giesinger, das kostenfreie Stadtteilmagazin der Sozialen Stadt Giesing erscheint zweimal jährlich. Er liegt in Druckform in Gemeinbedarfseinrichtungen sowie in Geschäften entlang der Tela aus.